Wie tief wird gebohrt?

Die Tiefe der Bohrungen für die Erdsonden wird aus der erforderlichen Heizleistung und der zu erwartenden Entzugsleistung abgeleitet. Ein Richtwert für Neubauten mit Fußbodenheizung ist 1 Bohrmeter pro m2 Heizfläche, z.B.: Ein Wohnhaus mit 170 m² Heizfläche benötigt somit ca. 170 Tiefenmeter (2 Bohrungen á 85 m). Bei Kleinanlagen bis 30 kW wird die Entzugsleistung nach VDI bzw. nach Schweizer Norm bestimmt. Bei Anlagen über 30 kW ist ein Thermischer Response Test zu empfehlen - mit anschließender Sondensimulation zur Bestimmung der Entzugsleistung.

Wie groß ist die Bohrung?

Der Durchmesser der Bohrungen variiert zwischen 140 und 160 mm. Dabei sollte der Abstand der Bohrungen mindestens 6 bis 10 m betragen. Im Normalfall ist auch der Abstand zur Grundgrenze mit 3 m einzuhalten.

Ist eine Bohrung unter dem Haus möglich?

Eine "Bohrung unter dem Haus" ist vor Baubeginn möglich, jedoch ist dabei zu beachten, dass bei einer Durchführung durch die Bodenplatte auch der Schutz vor möglichem Grundwasser gewährleistet sein muss. Bei guter Planung des Bauablaufes stellt die Bohrung unter dem Haus oft sogar die kostengünstigere Variante dar, da die Zuleitungen zur Wärmepumpe verkürzt werden können.

Besteht eine zeitliche Begrenzung der Erdwärmenutzung?

Aufgrund der Tatsache, dass die Anlagen so ausgelegt werden, dass jederzeit eine Regeneration des Untergrundes durch den natürlichen Wärmefluss erfolgt, besteht aus technischer Sicht keine zeitliche Begrenzung. In Einzelfällen erfolgen durch die Wasserrechtsbehörden Begrenzungen hinsichtlich der Nutzungsdauer, die jedoch bei ordnungsgemäßem Betrieb wieder verlängert werden.

Kann das Erdreich auskühlen und die Anlage keine Leistung mehr bringen?

Sollte dies der Fall sein, so wurde das Erdwärme-System falsch ausgelegt. Konkret heißt das: die entzogene Wärmemenge ist höher als angenommen oder der Untergrund wurde nicht richtig bewertet. Daher macht es Sinn, auch die Planung dieser Anlagen Spezialisten zu überlassen.

Wenn jedes Haus auf Erdwärme umstellt, kühlt die Erde dann aus?

Nein, denn Erdwärme ist eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Vergleicht man die - aus den obersten drei Kilometern der Erdkruste entnehmbare - Wärme (unter der Annahme einer Abkühlung auf 15°C) so ist der Weltgesamtenergieverbrauch eines Jahres eine kleine Größe. Üblicherweise gleicht sich die hervorgerufene Temperaturabnahme im Jahresverlauf wieder aus.

Ist jedes Grundstück für die Nutzung von Erdwärme geeignet?

Grundsätzlich erfolgt die Prüfung, ob die Errichtung einer Erdwärmesonde möglich ist, durch die zuständige Behörde. Vor allem in Wasserschutzgebieten und im Einzugsgebiet von Mineralwasserbrunnen, Heilquellen und sonstigen sensiblen Grundwassernutzungen bzw. in Bergbaugebieten gibt es Einschränkungen bzw. bestimmte Auflagen. Geologisch betrachtet ist überall ein Mindestmaß an Erdwärme vorhanden.

Lohnt sich die Erdwärme wirklich?

Pauschal gesprochen, kann man davon ausgehen, dass sich Erdwärme in 99% aller Regionen in Österreich lohnt. Da sich die Preise für fossile nicht regenerative Energien in den kommenden Jahren noch drastisch erhöhen werden, sind erneuerbare und alternative Energien ein absolutes Muss für jeden Immobilienbesitzer.

Wieviel Platzbedarf ist beim Bohren nötig?

Benötigt wird mindestens ein Platz von 3 x 9 m (Durchfahrtsbreite 3,0 m und Durchfahrtshöhe 3,3 m). Weiters ist für den zutage geförderten Bohrschlamm ein wasserdichter Container bereit zu stellen (Platzbedarf ca. 2,5 m x 3,5 m). Oder man hebt gleich vor Ort eine Grube für den Bohrschlamm aus, dann erspart man sich die Entsorgungskosten für den Bohrschlamm.

Was wird eigentlich in das Bohrloch eingebaut?

In das ca. 140-160 mm große Bohrloch wird entweder eine Doppel-U Sonde (Durchmesser 32 mm, Wandstärke 2,9 mm) oder eine Einfachsonde (Durchmesser 40 mm, Wandstärke 3,7 mm) eingebaut. Die Doppel-U Sonde besteht aus zwei einzelnen Umläufen, welche am sog. Sondenfuß einen vorgefertigten und durch den TÜV geprüften Umlauf haben.

Mit wieviel Schmutz ist bei den Bohrarbeiten zu rechnen?

Wir sind mit schwerem Gerät im Einsatz und arbeiten mit hohen Wasser- und Luftdrücken. Dabei lassen sich Verschmutzungen in gewissem Grade nicht vermeiden. Wir empfehlen daher sämtliche Bauteile mit Folie zu schützen.

Ist eine Bepflanzung oder Bebauung darüber möglich?

Im Grunde ist darüber alles möglich: pflastern, betonieren, asphaltieren, Carports erstellen, Rasen pflanzen oder auch Sträucher, Bäume, Hecken pflanzen. Wir empfehlen bei Leitungen jedoch Flachwurzler zu setzen.