Warum soll man mit Erdwärme heizen?

Vergleicht man die steigenden Heizkosten bei Öl, Gas etc., so verfügt Erdwärme über ein Einsparungspotential von über 50%! Erdwärme ist praktisch überall nutzbar und weder vom Klima noch von der Jahreszeit abhängig. Sie benötigt wenig Platz, befindet sich doch der wichtigste Teil der Anlage unter der Erde. Nicht unwesentlich ist auch der Umweltgedanke, denn die CO2-Einsparung von Wärmepumpen mit Tiefenbohrung ist am größten.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Im Durchschnitt liegt die Nutzung von Wärmepumpen zwischen 20 und 25 Jahren, wobei aber viele Anlagen bereits über 25 Jahre problemlos arbeiten.

Funktioniert die Erdwärme-Heizung auch bei einem höheren Heizwärmebedarf?

Wenn sich der Heizwärmebedarf durch Gebäudeumbauten, -zubauten usw. ändert, ist auch die Auslegung der Sonden anzupassen.

Ist der Heizwärmebedarf für ein Haus zu 100% mit Erdwärme abzudecken?

Mittels einer fachgerechten Auslegung der Sonden kann der gesamte Wärmebedarf und auch die komplette Warmwasserbereitung durch Erdwärme abgedeckt werden.

Wieviel kostet eine Erdwärme-Heizung?

Die tatsächlichen Kosten variieren bei jeder Anlage - nach dem jeweiligen Energiebedarf sowie den geologischen Untergrundverhältnissen. Auch künftig werden aber die Energiekosten deutlich steigen und einen wesentlichen Anteil beim Immobilienkauf ausmachen. Bei Erdwärme spielen sie keine Rolle. Die Wärmepumpe hat die Größe eines Kühlschrankes (man spart die Baukosten für einen großen Heizraum mit Brandschutztür, Schornstein bzw. Tanklagerraum oder Pelletslagerraum). Die Erdwärmesonde kann ohne weitere Kosten genutzt werden und hat mindestens die gleiche Lebensdauer wie ein Haus. Mittels Erdwärmesonde kann man durchschnittlich 100 kWh Wärme pro Meter und Jahr entnehmen. Das sind innerhalb von 30 Jahren - bei einer 100 m Sonde - 300 MWh bzw. ca. 30.000 l Heizöl. Bei einem geschätzten Heizölpreis von ca. 70 cent/Liter und einer Preissteigerung von 3% pro Jahr ergibt das innerhalb von 30 Jahren eine Einsparung von ca. EUR 33.300 Euro. Und das bei einer einmaligen Investition von ca. 6500 Euro für die 100 m Sonde (inkl. Anbindung)! Somit schneidet die erdgekoppelte Wärmepumpenanlage wesentlich günstiger ab als andere Heizsysteme (Öl, Pellets...).

Ist bei Erdwärme eine besondere Dämmung des Hauses nötig?

Nein, aber eine gute Dämmung vermindert die Heizlast, den Wärmebedarf und damit die CO2-Emmision.

Benötigt man für die Nutzung von Erdwärme eine Fußbodenheizung?

Im Grunde kann die Wärmepumpe mit fast allen Heizsystemen genutzt werden, aber am effektivsten ist eine Fußbodenheizung. Denn hier beträgt die Vorlauftemperatur nur ca. 35 °C, normale Heizkörper benötigen eine Vorlauftemperatur von ca. 50 bis 55 °C.

Ist auch Kühlen mittels Wärmepumpe möglich?

Ja selbstverständlich, dabei ist zu unterscheiden zwischen "passiver und aktiver" Kühlung. Bei der passiven Kühlung (free cooling) arbeiten nur die Sole- und Heizungsumlaufpumpe, die Wärmepumpe ist nicht in Betrieb. Dabei wird die niedrige Temperatur des Erdreiches über einen Plattenwärmetauscher dem Heizsystem zugeführt. Bei der aktiven Kühlung wird die warme Seite zur kalten Seite und in der Wärmepumpe arbeitet der Verdichter. Dieser erzeugt eine hohe Kälteleistung, welche dem Wohnraum über die Lüftung oder über die Fußbodenheizung zugeführt wird. Die Wärme wird wiederum an das Erdreich abgegeben.

Kann meine Zentralheizung mit einer Erdwärmeheizung weiterbetrieben werden?

Im Prinzip schon, aber es ist die Effektivität des Systems zu prüfen. Wichtig dabei ist das erforderliche Temperaturniveau des Heizkreislaufs. Denn je geringer die erforderliche Vorlauftemperatur ist, desto besser ist dies für eine Wärmepumpenanwendung (bei einer Fußbodenheizung z.B.: 35° bis 40° C). Ein gründlicher Check der Anlage durch einen Heizungsfachbetrieb ist auf jeden Fall sinnvoll.

Was versteht man unter "Sperrzeiten" bei Energieversorgern?

Damit ein günstigerer Stromtarif für den Betrieb der Wärmepumpe zur Verfügung gestellt werden kann, behält sich der Energieversorger sog. Sperrzeiten vor. Diese entsprechen den Spitzenzeiten in der Stromversorgung (in der Regel morgens zwischen 07.00 h und 09.00 h sowie nachmittags zwischen 17.00 h und 19.00 h), in denen der Strom dann abgeschalten wird. Durch den Einsatz eines Pufferspeichers kann man die Wärmepumpenanlage so programmieren, dass dieser Pufferspeicher genug Wärme speichert um diese Sperrzeiten, in denen die Wärmepumpe nicht läuft, problemlos zu überbrücken.

Wie sieht es mit der Abnutzung von Erdwärme-Heizungsanlagen aus?

Dank der kontinuierlichen Überprüfung von Universitäten bzw. Prüfinstituten konnte festgestellt werden, dass Einfamilienhaus-Heizungen, die in Österreich und der Schweiz seit Mitte der Achtziger-Jahre im Einsatz sind, keine Effektivitätseinbußen aufzuweisen haben. Beim fachgerechten Einbau und einer guten Materialqualität liegt nur eine sehr geringe Ausfallquote vor. Dabei liegt die Kundenzufriedenheit über die Zuverlässigkeit höher bzw. ähnlich wie bei Wärmeerzeugern mit Verbrennung fossiler Brennstoffe.